Ortsporträt
Von den
"Wohnstätten des Bon(o)"
zur attraktiven Wohngemeinde von heute...
GESCHICHTE
Es begann damit, daß irgendwer den Platz für gut genug befand, um darauf seine
Kate zu errichten. Weil nun aber bekanntermaßen "nicht gut ist, daß der Mensch
allein sei", gesellten sich im Laufe der Zeit andere Hütten hinzu. Nun wissen
wir zwar nicht, wann genau dies alles geschah. Was wir aber sehr genau kennen,
das ist der Ort des Geschehens: der Südhang des Stauffersberges (mit 575 m übrigens
die höchste mittelschwäbische Erhebung) im Laugnatal, am Rande des "Adelsrieder
Beckens". Die Rede ist von Bonstetten, gegründet als eine der typischen Rodungssiedlungen
Anfang des 11. Jahrhunderts.
Der Ursprung des Ortsnamens wird von den "Wohnstätten des Bon(o)" abgeleitet. Die erste urkundliche Nennung des Ortes wiederum ist um das Jahr 1063 in einem Güterverzeichnis des Augsburger Domkapitels zu finden, wonach Bischof Heinrich II eine Hube in "Bonesteten" besaß. Im 12./13. Jahrhundert schließlich gewinnen in Bonstetten das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra (Augsburg) sowie das Zisterzienserinnenkloster Oberschönefeld beherrschenden, zeitweise gar rivalisierenden Einfluß als Grundherren, bis zur Säkularisation 1803. Das heutige Gemeindewappen mit den beiden goldenen Kleeblattkreuzen (St. Ulrich und Afra) sowie dem weißroten Schrägbalken auf schwarzem Grund (Oberschönefeld) erinnert daran.
Um geschichtsträchtige Bonstetter Attraktionen zu entdecken - dazu bedarf es manchmal allerdings des genaueren Hinsehens. Beispielsweise der vorgeschichtliche Grabhügel, Flur "Bäckerbauern-Holz (1300 m wnw der Bonstetter Kirche); oder jenes Erdwerk unbekannter Zeitstellung, Flur "Bauern-Holz" (900 m wsw der Kirche); oder die Siedlungsfunde aus der römischen Kaiserzeit, Flur "Kruichner Feld" (650 m sw-wsw der Kirche)...
Eine überzeugende Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt vor allem aber auch die Dorfkirche St. Stephan, deren Geschichte sich (aufgrund der jüngsten Ausgrabungen) bis in die Entstehungszeit der Siedlung zurückverfolgen läßt. (Anmerkung: Nach Besichtigung der Bonstetter Kirche sollten Besucher keinesfalls versäumen, die wenigen Schritte zur Bahnhofstraße Nr. 6 zu gehen. Bietet sich ihnen doch hier der seltene Anblick eines Bauernhauses (mit "Froschmaul") aus dem 1.Drittel des 19. Jahrhunderts.)
HOHER WOHNWERT
IN REIZVOLLER LAGE
Keine 20 km nordwestlich von Augsburg, inmitten des "Holzwinkels" und umsäumt
von seinen ausgedehnten Wäldern liegt Bonstetten(40 Prozent des rund 650 Hektar
umfassenden Gemeindegebiets sind bewaldet). Der oft schnelle, kleinräumige Wechsel
von Wald, Buschwerk und offenem Gelände, zahlreiche Steilhänge und Hohlwege
(darunter die Naturdenkmäler Nähe Friedhof am Reuteweg und am Heuberg) kennzeichnen
das Landschaftsbild. Angelegte Feuchtbiotope (an der Laugna sowie bei der Lourdes-Kapelle)
beweisen zudem, daß die Bonstetter mit natürlichen Pfründen zu wuchern verstehen.
Die reizvolle landschaftliche Umgebung übte seit jeher besondere Anziehungskraft
aus; die günstige Verkehrslage (nahe der Autobahn A8, München-Stuttgart) begünstigte
weiterhin die Entwicklung von der einst rein bäuerlichen Siedlung zur heutigen,
bevorzugten Wohngemeinde. Und nicht von ungefähr kommt daher auch, daß der -
zum Naturpark "Augsburg - Westliche Wälder" gehörende Ort - häufig Ausgangspunkt
(oder Ziel) erholsamen Freizeitvergnügens auf Rad- und Wanderwegen ist. Womit
im übrigen dezent darauf hingewiesen werden soll, daß die Holzwinkel-Gemeinde
Bonstetten eben nicht nur per Pkw oder Bus, sondern auch mit dem Drahtesel bequem
erreicht werden kann: beispielsweise auf der zum Radweg ausgebauten ehemaligen
Eisenbahntrasse Neusäß-Welden...
Dominiert wird der Ortskern von der Pfarrkirche St. Stephan, um die herum sich das Altdorf gruppiert mit seinen landwirtschaftlichen Gehöften, mit der ehemaligen Schule (in der jetzt der Kindergarten untergebracht ist) und mit dem Rathaus, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft die örtliche Feuerwehr stationiert ist und der Musikverein probt. Und als in den 70er Jahren der kleinen Gemeinde (vor allem östlich und südlich des Ortes) neue Wohngebiete angegliedert wurden, verstärkte sich der Trend Bonstettens zur bevorzugten Wohngemeinde (besonders für Pendler nach Augsburg ).
HIER LÄSST SICH
LEBEN
Heute zählt Bonstetten 1200 Einwohner (Stand 1. Januar 2005). Auffallend hoch
dabei die Quote zugewanderter junger Familen; der Anteil der 30-50-Jährigen
liegt bei 30,5%. Die Einwohnerzahl der über 50-Jährigen beträgt rund 36%. Womit
sich zeigt: Alt und Jung wissen gleichermaßen die attraktive Wohnlage, den Wohnwert
der Gemeinde zu schätzen. Ist doch nicht nur die Grundversorgung der Bevölkerung
mit Gütern des täglichen Bedarfs gesichert, sondern auch die der öffenlichen
Belange. Beispielsweise durch das Eingehen der selbständigen Gemeinde Bonstetten
(Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Welden) in den Schulverband Adelsried-Bonstetten
(Grundschule), in den Schulverband Welden (Hauptschule),in den Abwasserzweckverband
Adelsried-Bonstetten... Die Kommunal-Verantwortlichen wissen, daß die örtliche
Infrastruktur dem Bevölkerungswachstum nicht hinterher-hinken darf, vielmehr
Weichen stellen muß.Gerade auch hinsichtlich der Lebensqualität - zu der unweigerlich
auch das Vorhandensein von Wasser gehört. Mögen andere ruhig mit ihrem Italiener
um die Ecke, ihrem griechischen Spezialitätenlokal, ihrem Park-Hotel protzen...
Dort kocht man auch nur mit Wasser... Das Bonstetter Wasser aber ist besser.
Sogar das beste im ganzen Holzwinkel und somit seiner Umgebung.
Doch auch der Bonstetter lebt nicht vom Brot allein und huldigt - wie seine Alt-Vorderen - gerne der Geselligkeit. Vornehmlich noch immer im Clan (sprich: in der geselligen Runde lebendigen Vereinslebens). Traditionen werden überdies hochgehalten. Beispielsweise durch die alljährliche Wallfahrt im Mai - in Erinnerung an die Pest während des 30-jährigen Krieges; durch das besondere Feiern des "Mariä-Himmelfahrt-Festes" - eingedenk der "förchterlichen Gefahren für die Maiden im Ort" durch die französische Soldateska, die im August 1796 von Welden her ´gen Bonstetten anrückte...
Überhaupt - der Bonstetter! Ihn zu charakterisieren ist ein sinnloses Unterfangen, läßt er sich doch in keine bestimmte Schublade zwängen.Wenn andernorts die Menschen (vorzugsweise in Hochglanzbroschüren) als "edel, hilfreich und gut" beschrieben werden, als offen und tolerant, als fleißig und redlich, als ... Was soll`s: Die Bonstetter sind es auch! Und sie können ebenso grantig, halsstarrig, verschlossen oder mißtrauisch sein; wie die anderen auch. Wer´s nicht glaubt, sollte sich am besten selbst überzeugen. Vor Ort. Bonstetten heißt seine Besucher immer
"Willkommen!"